„Wie wohltuend ist es, zu empfinden und zu erleben, wie alte Freundschaft und anhängliche Gesinnung sich durch den Sturm der Zeiten hindurch gerettet haben. Hier ist ein Bleibendes, woran man sich halten kann zu einer Zeit, wo alles wankt und splittert.“ Gemeint sind die Freundschaft mit Albert Schweitzer, dessen Ehefrau Helene und dessen Schwester Adèle (an die sich die Briefe richten) sowie die Freundschaft mit Theodor Heuss und dessen Frau Elly Heuss-Knapp. Erfreuliche und bedrückende private und politische Ereignisse und Entwicklungen werden gleichermaßen angesprochen – gemäß dem Credo: „Was nicht in Briefen berichtet wird, verrückt ins Unwiederbringliche.“ Die Briefe spiegeln die Interessen des Bildungsbürgertums des 20. Jahrhunderts. Literatur, Malerei, Schauspiel, Klassische Musik, Vorträge, Besichtigungen von Domen und Denkmälern sind die Quellen, aus denen die Schreiberin die Kraft bezieht, um die oft widrigen Bedingungen in verschiedenen Lebensphasen bewältigen zu können. Beeindruckend sind die Beharrlichkeit und der Pragmatismus, mit dem sie sich den Anforderungen des Alltags stellt.