Drei kleine selbst gefertigte Tagebücher eines Polizeiwachtmeisters enthalten dessen Aufzeichnungen aus dem amerikanischen Internierungslager Foucarville in der Normandie. Bis zu dessen Auflösung haben hunderttausend Deutsche diese Lagerstadt „bewohnt“. Der Familienvater aus Hessen, der während des Krieges als Sanitäter im Einsatz ist, schildert die Unterkünfte (Zelte), den Alltag, die Versorgungslage und das kulturelle Angebot (Re-Education) mit Sprachkursen und Sportmöglichkeiten. Er entsetzt sich über das charakterlose Verhalten einzelner Mitgefangener und beklagt den ständigen Hunger. Das Tagebuch, versteckt in den Futterfalten unter dem Mantelkragen, „ist wie eine Mutter, bei der ich mein wundes Herz heilen kann – das mir Trost und Ruhe gibt.“ Der Soldat sehnt sich nach seinen Kindern und betrauert die verlorene Zeit. Im November 1945 beginnt die Rückführung nach Deutschland. Die Aufzeichnungen enthalten Bleistiftskizzen, die die Örtlichkeit abbilden, sowie Gedichte des Autors. In einem Vorwort äußern sich Sohn und Enkel des Autors über die Umstände der Veröffentlichung des Dokuments.