Die Aufzeichnungen des 1917 in Stuttgart geborenen Werner H. richten sich an seine Frau: „Möge uns das Tagebuch in einer glücklicheren Zukunft Gesprächsstoff und Mahnung sein. “ Diese schildern die Lebensumstände der deutschen Kriegsgefangenen in französischen Lagern. Sie erzählen von der mentalen und physischen Verfassung des 28jährigen Wehrmachtssoldaten und der Verrohung und Verwahrlosung der Menschen unter den schlimmen Lagerbedingungen. Generalthemen sind Hunger, Krankheit und die Sehnsucht nach seiner Liebsten, mit der er beim Schreiben Zwiesprache hält. Trost erfährt er in Glauben und Gebet. Selbstmitleid, Unwissenheit und Verzweiflung drängen ihn zu Äußerungen, in denen er sein Schicksal mit denen von KZ-Insassen vergleicht. Werner H. wird im Frühjahr 1948 aus der Gefangenschaft entlassen.